Daniel Platz bei der Siegerehrung

Vom SSC Annaburg nehmen in diesem Jahr zwei Spieler am Jubiläumsturnier, dem 25. Georg Schönfelder Landopen teil. Frank und ich wollen dabei wieder um die vorderen Plätze kämpfen. Bei besten Bedingungen erstreckt sich dieses Turnier zu Ehren des Axiener Schachlehrers diesmal über 8 Tage. Am Donnerstag gibt es einen Ruhetag, an den anderen Tagen ist stets eine Runde angesetzt. 

Runde 1

Frank bekam es direkt zum Auftakt mit dem Setzlistenersten und Favoriten Hardy Sydow vom ESV 1949 Eberswalde, DWZ 2058 zu tun. Mit den schwarzen Steinen geriet Frank schnell in eine gedrückte Position. Seinen Aussagen zu Folge war es dann auch ziemlich schnell um ihn geschehen. Frank wird das Feld von hinten aufrollen. 

Ich durfte gegen den stets unbequem zu bespielenden Manfred Schulz vom SC Oranienburg, DWZ 1695 antreten. Seit 2011 bereits mein 5. Duell mit Manfred. Nach der Eröffnung hatte ich die Stellung eigentlich im Griff und eroberte kompensationslos einen Bauern. Anschließend unterschätzte ich jedoch eine Turm-Verdopplung, welche mir nochmal starke Kopfschmerzen bereitete. Nachdem wir beide zwischendurch den Sieg ausließen, konnte ich meine Türme selbst auf der 7. Reihe in Stellung bringen und die Partie mit einem Doppelschach beenden. Ich erhöhte im direkten Duell mit Manfred auf 4:1 (3 Siege, 2 Remis).

Runde 2

In der 2. Runde knüpfte ich mir nach Manfred nun auch gleich noch den zweiten "Schulz" vor. Gegen Maximilian Schulz von der TSG Wittenberg, DWZ 1746 konnte ich meine Bilanz auf 3:0 ausbauen. Dabei sah es für mich zunächst nicht so gut aus. Ich behandelte die Eröffnung falsch und hatte mit Entwicklungs- und Raumnachteil schon die Schweißperlen auf der Stirn. Während ich am Damenflügel Gegenspiel suchte, entschied sich Maximilian dazu seine Angrifsbemühungen vom Königs- auf den Damenflügel zu verlegen. Dies war vermutlich der falsche Matchplan. Etwas ungestüm opferte Maximilian einen Bauern um nur kurz später eine Springergabel zuzulassen. Mit dem Material gingen auch die Angriffsideen baden. Fortan konnte ich ohne großes Gegenspiel meine Entwicklung vorantreiben, Linien für meine Schwerfiguren öffnen und die Partie letztendlich einigermaßen souverän herunterspielen.
Uneinig waren sich die Kiebitze bei Frank. Gegen Uwe Seigerschmidt vom SV Herzberg, DWZ 1641 stand Frank wahrscheinlich leicht besser, bei ungleichfarbigen Läufern roch es dann aber doch bald nach Punkteteilung. Angeblich stand er dann irgendwann nochmal schlecht, am Ende war es aber doch Remis. Gelungener Turnierauftakt für mich, ausbaufähig bei Frank.

Runde 3

In der dritten Runde kam auch Frank zu seinem ersten Sieg. Gegen Eckardt Wolkenstein vom ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1394 kam Frank mit einem Angriff am Königsflügel zum Erfolg. Zunächst eroberte Frank eine Leichtfigur. Diesen Vorteil verwertete er dan im Endspiel sicher zum Sieg.
Ich hatte es da schon bedeutend schwerer. Am Spitzenbrett traf ich auf Frank Schönfeld vom VfL Gräfenhainichen, DWZ 2003. Ausgangs der Eröffnung stand ich prächtig. Frank verzichtete auf die Rochade und suchte sein Glück in einem Angriff am Königsflügel. Diesen konnte ich abwehren, musste allerdings Schwächen auf den schwarzen Feldern in Kauf nehmen. Leider beschränkte ich mich gänzlich aufs Verteidigen und setzte nicht selbst zum Gegenangriff am Damenflügel an, sonst wäre da vielleicht sogar mehr drin gewesen. So war die Punkteteilung am Ende wohl das gerechte Ergebnis.

Runde 4

Frank mit einem tollen Spiel in Runde 4. Frank presste seinen Gegner Uwe Hoffmann vom SV Rochade Magdeburg, DWZ 1988 am Königsflügel in die Defensive. In einer Stellung in der schon vieles für Frank sprach wurde es dann kurios. Franks Gegner ließ eine Springergabel auf Dame und König zu, Frank sah es nicht, Uwe verhinderte die Gabel dann erneut nicht und nun griff Frank zu und beendete die Partie zu seinen Gunsten.
Mit Matthias Schmidt von der TSG Apolda, DWZ 1950 hatte ich einen Gegner zu bespielen, der mir in den bisherigen Duellen (2 Remis, 2 Niederlagen) nie wirklich lag. Diesmal konnte ich mit den schwarzen Steinen zunächst problemlos ausgleichen um dann im Schwerfigurendspiel zu patzen. In leicht besserer Stellung hätte ich mich mit der Punkteteilung durch Zugwiederholung begnügen sollen anstatt selbst Initiative während der Zeitnotphase zu suchen. Dies kostete mich einen Bauern und im Endspiel fast noch die Partie. Glücklicherweise spielte auch Matthias manchal nur den zweitbesten Zug, sodass ich mich doch ins Remis retten konnte. Immer noch an der Spitze des Teilnehmerfelds befindlich erwartet mich am Freitag nun Turnierfavorit Hardy Sydow.  

Runde 5

In meiner Partie der sechsten Runde war recht wenig los. Gegen Hardy Sydow vom ESV 1949 Eberswalde, DWZ 2058 suchte ich keine Komplikationen. Auch Hardy war eher auf Vereinfachung aus, sodass wenig Spannung auf dem Brett entstand. Im 21. Zug hätte ich in leicht besserer Stellung einen Bauern nehmen können und gleichtzeitig Verwicklungen auf dem Brett erzeugen können, ich entschied mich aber auch hier für einen sicheren Zug und gegen das Nehmen. Gleichzeitig bot ich Remis, was Hardy im Schwerfigurenendspiel mit ungleichfarbigen Läufern auch annahm.
Einen vielversprechenden Angriff am Königsflügel zog Frank gegen Jörg Engberg vom SC Oranienburg, DWZ 1867 auf. Die Partie erinnerte stark an Franks Gewinnpartie aus der Runde zuvor. Nur dass ihm diesmal stärkere Gegenwehr geboten wurde. Unter Qualitätsopfer sah es eigentlich nach einem Sieg für Frank aus, doch unverständlicherweise drehte sich das Blatt noch. Jörg bekam Gegenspiel befreite sich aus Franks Umklammerung. Letztendlich fand Frank auch den Weg ins Remis nicht mehr und verlor noch. Damit verdrängte mich Jörg Engberg auch von der Tabellenspitze.

Runde 6

Frank mit einem (erwartet) schnellem Remis gegen Detlef Zoll vom ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1807.
Ich konnte mir die Tabellenführung zurückholen. Dies war allerdings mit einem harten Stück Arbeit verbunden. Gegen Turnierorganisator Bernd Mißbach vom SV Jenapharm Jena, DWZ 1874 war die Initiative ausgangs der Eröffnung auf meiner Seite, allerdings hatte ich nichts greifbares und Bernd leistete erbitterten Widerstand. In beiderseitiger Zeitnotphase verpasste ich zunächst mit einer vorteilhaften Abwicklung eine Gewinnstellung zu erreichen, dann ging ich Risiko und nahm einen Bauern, wodurch ich Bernd aber auch Gegenspiel ermöglichte. Glücklicherweise verpasste Bernd nach mehr als 4,5 Stunden Spielzeit den Weg ins wahrscheinliche Remis, sodass ich im Turmendspiel mit zwei Mehrbauern dann leichtes Spiel hatte. Revanche für die Niederlage vor vier Jahren geglückt!  

Runde 7

Frank Mißbach bei der Siegerehrung

3 Spieler hegten noch Hoffnungen auf den Turniersieg. Ich war einer von ihnen. Mein Gegner Jörg Engberg vom SC Oranienburg, DWZ 1867 konnte mit einem Sieg auch noch an die Spitze stoßen und Frank Schönfeld war vor Rundenbeginn punkt- und wertungsgleich mit mir an der Spitze. Frank akzeptierte ein frühes Remisangebot seines Gegners, sodass mir ebenfalls eine Punkteteilung zum geteilten Turniersieg reichen würde. Umgehend bot auch ich meinem Gegner Remis. Jörg akzeptierte.
Auch Frank zeigte in der letzten Runde keinen Kampfeswillen mehr. Die Partie gegen Maximilian Schulz von der TSG Wittenberg, DWZ 1736 endete ebenfalls zeitig im Remis. Dies genügte Frank zum Absichern des U1800-Preises.

Nach 2016 konnte ich somit zum zweiten Mal das Georg Schönfelder Landopen gewinnen. Diesmal als geteilter Erster mit Frank Schönfeld vom VfL Gräfenhainichen. Genau wie damals erreichte ich 5 Punkte aus den 7 Runden. So schnell hatte ich nicht mit einer Wiederholung des Erfolges von 2016 gerechnet. Frank lief auf Rang 7 ein und kann als bester Spieler unter DWZ 1800 (zu Turnierbeginn, als die Pokalauswertung noch nicht erfolgt war, hatte er allerdings noch über 1800) auch zufrieden sein.

Endstand

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