______________
Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat. >>Wassili Panow

► Schachtraining

► Schachrätsel

► Wer ist online?

Aktuell sind 428 Gäste und keine Mitglieder online

► Inside

Helbig, Dirk vs. Platz, DanielDirk gewinnt das direkte Duell gegen Daniel(c) 2019 D. Platz

Beim 26. Georg-Schönfelder-Landopen, veranstaltet vom SV Jenapharm Jena, sind wir in diesem Jahr mit vier Spielern in Labrun vertreten. Insgesamt sind es 22 Teilnehmer. Für mich sollte es darum gehen, die guten Ergebnisse aus den Vorjahren, insbesondere die errungenen Turniersiege aus 2016 und 2018, zu bestätigen. Bei den anderen SSC-Spielern (Frank, Dirk und Roland) hängt viel von der Tagesform ab, 50% der Punkte sind zumindest für Dirk und Frank Minimum. Aber auch Roland sollte zumindest seinen 18. Setzlistenplatz erreichen. Gespielt werden 7 Runden an 7 Tagen (22.-28.06.2019), jeden Tag eine Partie.

Runde 1

Ein recht durchwachsener Turnierauftakt für uns. Frank zeigte nicht sonderlich viel Kampfeswillen und begnügte sich gegen Carolyn Ermitsch vom SC Oranienburg, DWZ 1165 mit Remis. Dirk durfte gleich mal ans Spitzenbrett, um dort gegen Michael Ermitsch (SC Oranienburg, DWZ 2159) sein Können zu zeigen. Leider vermasselte Dirk die Eröffnung komplett und hatte neben dem Entwicklungsrückstand auch mit seinem in der Mitte verbliebenden König zu kämpfen. Ohne Gegenspiel war gegen den Turnierfavoriten aus Oranienburg kein Kraut gewachsen. Zumindest etwas besser erging es Roland. Roland spielte gegen den Turnierleiter Bernd Mißbach (SV Jenapharm Jena, DWZ 1894), behandelte die Eröffnung unkonventionell, erhielt aber ein interessantes Springer-gegen-Läufer-Spiel mit starkem Zentrum. Leider verzettelte Roland sich dann mit einigen unnötigen Bauernzügen, was sein 400 DWZ-Punkte stärkerer Gegner direkt ausnutzte. Den einzigen Annaburger Sieg der ersten Runde konnte ich einfahren. Gegen Matthias Petzold (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1623) kam ich aus der Eröffnung heraus in Vorteil und gewann zügig 2 Bauern. Mein Gegner setzte alles auf eine Karte und ging zum Königsangriff über. Dabei steckte er 2 Figuren ins Geschäft, die er nie wieder sah. Das Endspiel gewann ich problemlos.

Runde 2

Perfekter Tag für uns. Dirk bereitete Peter Müller (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1214) einen kurzen Prozess. Auf den Eröffnungsvorteil folgte der Materialgewinn, den Dirk sicher zum vollen Punkt verwertete. Etwas mehr Anstrengung bedurfte es bei Frank. Gegen Uwe Seigerschmidt (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1683) musste sich Frank lange quälen bis er letztendlich doch einen Bauern einstrich, was gleichbedeutend mit einem eigenen Freibauern war. Der Punkt ging nach Annaburg. Die Partie von Roland begann 2 Stunden später, war aber trotzdem nicht die am längsten andauernde. Das Eröffnungsduell mit Gerd Wanka (ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1508) entschied Roland für sich. Nachdem er den Vorteil zwischendrin abgab stellte er eine kleine, gemeine Falle, in die sein Kontrahent direkt tappte. Die Dame war erobert und die Verwertung gelang problemlos. Ich duellierte mich mit Maximilian Schulz (TSG Wittenberg, DWZ 1768). Maximilian überraschte mich mit der Baker-Verteidigung, sodass ich in der Eröffnung schnell auf unbekanntem Terrain unterwegs war. Trotzdem erhielt ich das einfachere Spiel. Während ich meine Entwicklung zügig abschloss verblieb Maximilian mit Entwicklungsproblemen, die ich ausnutzte, um an beiden Flügeln Schwächen in der gegnerischen Stellung zu schaffen. Mein Gegner opferte am Abgrund stehend 2 Figuren, wohl verbunden mit der Hoffnung auf ein Dauerschach. Nachdem ich die Angriffe auf meinen König abgewehrt hatte war die Partie gewonnen. Meine persönliche Bilanz gegen Maximilian schraubte ich damit auf 5-0. 4 Annaburger holen 4 Punkte in Runde 2, so darf es weitergehen.

Runde 3

In Runde 3 gelangen uns keine 100, aber immerhin 50 Prozent. Als ich bei Dirk erstmals aufs Brett schaute, hatte er seinen Gegner Eckhardt Wolkenstein (ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1405) bereits im Zentrum und auf der f-Linie überspielt. Dirk hatte schon gewonnen, als ich das nächste Mal gucken wollte. Gegen Dirks Gegner aus Runde 1, Michael Ermitsch (SC Oranienburg, DWZ 2159) durfte ich ans Brett. Leider erwischte ich einen schwachen Tag. Die Eröffnung glückte mir nicht, auch im Mittelspiel fand ich kein Konzept und so war mein Schicksal schnell besiegelt. Verdiente Pleite. Besser machte es Frank, der in unklarer Stellung gegen Jörg Engberg (SC Oranienburg, DWZ 1916) eine Qualität im Plus war. Aber wie schon in Runde 1 mangelte es Frank an Kampfeswillen, um die Partie bis ins Letzte auszuspielen. Er begnügte sich mit Remis. Kampfeswillen nicht absprechen konnte man Roland. Gegen seinen eigentlich stärkeren Gegner Dirk Friedel (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1647) hielt er die Partie über 5 Stunden Spielzeit nicht nur ausgeglichen, sondern hatte im Endspiel alle Trümpfe in der Hand. Leider verfolgte Roland im Springer-gegen-Läufer-Endspiel mit Mehrbauer die falsche Idee, was dem Herzberger dann doch noch ermöglichte ins Remis abzuwickeln. Schade, da war mehr drin.

Runde 4

In Runde 4 hatten wir durchweg nominell stärkere Spieler zu bespielen. Entsprechend können wir mit den 2 erzielten Remis ganz gut leben. Frank spielte gegen Matthias Schmidt (TSG Apolda, DWZ 1959), hielt einige Zeit gut mit, konnte die Pleite letztendlich aber nicht vermeiden. Ähnliches gilt für Roland. Roland gewann das Eröffnungduell gegen Maximilian Schulz (TSG Wittenberg, DWZ 1768) und hatte die Initiative auf dem Brett. Im Mittelspiel berechnete er jedoch ein Abspiel falsch und übersah einen Zwischenzug des Wittenbergers. Roland verlor eine Leichtfigur gegen 2 Bauern. Sein Wittenberger Kontrahent ließ fortan keine Luft mehr ran, baute den Vorsprung aus und zwang Roland zur Aufgabe. Zwischendurch auf verlorenem Posten stand Dirk gegen den Turnierorganisator Bernd Mißbach (SV Jenapharm Jena, DWZ 1894). Mit Läufer-gegen-Turm hatte Dirk ein verlorenes Endspiel auf dem Brett. Doch der Jenaer behandelte das Endspiel falsch, gab den Turm zurück und entließ Dirk ins Remis. Ich spielte gegen Frank Schönfeld (VfL Gräfenhainichen, DWZ 1993), mit dem ich im Vorjahr zusammen das Turnier gewann. Leider spielte ich wieder nicht mein bestes Schach. In der Eröffnung und im Mittelspiel unterliefen mir mehrere Ungenauigkeiten, die mich auf die Verliererstraße brachten. Doch im Schwerfigurenendspiel schaffte es mein Gegner nicht, seinen Vorteil in Greifbares umzumünzen. Als die Schwerfiguren das Brett verließen entstand ein remises Bauernendspiel. Gut verteidigt, letztendlich aber auch mit Glück den halben Zähler eingeheimst. Meine persönliche Bilanz gegen Frank ist mit 1,5:2,5 noch ausbaufähig. Das abendliche Kegelturnier gewann Manfred Schulz vom SC Oranienburg. Bester Annaburger wurde Roland vor Frank und meiner Wenigkeit.

Runde 5

In der 5. Runde kamen wir wieder auf 50 %. Frank hatte gegen Dieter Lichtenau (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1339) relativ leichtes Spiel. Nachdem er 2 Bauern eroberte konnte Frank im Mittelspiel seinen durchschlagenden Angriff aufziehen und die Partie gewinnen. Gut lief es eigentlich für Roland, der gegen Uwe Seigerschmidt (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1683) bequem aus der Eröffnung kam und angenehmes Spiel hatte. Im Mittelspiel hatte Roland mehrmals die Möglichkeit entscheidend in Vorteil zu kommen, übersah ja allerdings jede der Möglichkeiten. Just mit der letzten Chance auf Vorteil griff er fehl und musste nur 3 Züge später aufgeben.  Zum vereinsinternen Duell kam es zwischen Dirk und mir. Nur der Sieger würde weiterhin oben mitspielen können. Zu meinem Leidwesen bestätigten sich meine Befürchtungen, dass mir gegen Vereinskameraden auch diesmal die letzten Prozente Konzentration fehlen könnten. Ich kam mit den schwarzen Steinen solide aus der Eröffnung und erreichte nach einem von Dirk gewählten Abspiel schnellen Ausgleich mit Springer-Vorposten auf c4. Doch anscheinend stand ich mit meinem weißfeldrigen Läufer auf Kriegsfuß. Zuerst stand er auf e6 verkehrt und dann griff ich richtig daneben als ich ihn auf c8 positionierte. Dirk spielte fortan richtig gutes Schach, zentralisierte seine Figuren und ging zum Angriff am Königsflügel über. Ich hingegen verpasste die 1-2 Möglichkeiten, um nochmal zurück in die Partie zu kommen. Weitsichtig wickelte Dirk in ein für ihn gewonnenes Endspiel ab und holte sich neben dem vollen Punkt auch Rang 2 in der Rangliste. Nach Frank, Oerti, Roland und sogar Evi habe ich nun auch noch eine negative Pflichtspielbilanz gegen Dirk. Vereinskameraden sind anscheinend meine Angstgegner.

Runde 6

In der vorletzten Runde musste Frank arbeitsbedingt passen. Roland spielte zwar. Nach eigener Aussage fehlte aufgrund beruflichen Stress' jedoch die Motivation. Folglich war die Partie gegen Manfred Schulz (SC Oranienburg, DWZ 1707) auch schon nach rund einer Stunde Spielzeit verloren. Schon in der Eröffnung wurde Roland überspielt. Somit blieben nur noch Dirk und ich. Ich bekam es mit Dirk Friedel (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1647) zu tun, dem zuvor schon Roland gegenübersaß. Ich analysierte die Partie der beiden und bekam tatsächlich dieselbe Französisch-Variante aufs Brett. Meine Vorbereitung griff und ich erhielt ausgangs der Eröffnung einen starken Angriff. Die Stellung meines Gegners hielt dann auch nicht lange stand, ich sackte den vollen Punkt ein. Eine gute Partie spielte auch Dirk. Gegen den 9-jährigen Magnus Ermitsch (SC Borussia Lichtenberg, DWZ 1773), der zuvor schon für so einige Sensationen sorgte, hatte Dirk eine angenehme Stellung und war zwischendrin sogar 2 Bauern vorn. Sein Kontrahent suchte hingegen die Entscheidung auf den halb-/offenen Linien am Königsflügel. Kiebitzmäßig betrachtet schien die Verteidigung der Stellung möglich, Dirk fand die Verteidigung jedoch leider nicht und stellte unnötig einen Läufer ein. Die Partie war damit auch zu Gunsten des Nachwuchstalents entschieden.

Runde 7

Ich hatte in diesem Jahr kein Glück mit der Auslosung, denn es kam erneut zu einem vereinsinternen Duell, diesmal gegen Frank. Punkte brauchten wir beide nicht mehr, vielmehr hatten wir einfach Lust zu spielen. Frank überraschte mit der Eröffnung Sf3, gefolgt von Sa3 und ich erhielt die bessere Stellung ausgangs der Eröffnung. Ich revanchierte mich mit Ungenauigkeiten und öffnete die g-Linie, wodurch Frank einen starken Königsangriff erhielt. Diesen führte er dann auch überzeugend vor und gewann die Partie problemlos. Dirk bekam auch in der letzten Runde einen starken Gegner zugelost. Gegen Uwe Hoffmann (SV Rochade Magdeburg, DWZ 1993) verschlechterte sich Dirks Stellung zusehens. Nach einer starken Kombination des Magdeburgers verlor Dirk entscheidend Material. Die Niederlage war unumgänglich, auch wenn Dirk noch eine Weile weiterkämpfte. Noch einen Punkt einheimsen wollte Roland gegen Carolyn Ermitsch (SC Oranienburg, DWZ 1165). Doch das war ein schwieriges Unterfangen. Ausgangs der Eröffnung lag die Initiative zwar bei Roland, doch tat er sich schwer damit, dies in Vorteil umzumünzen. Vielmehr beging er einen Fehler, der nach einer (nicht trivialen) Kombination zum Figurenverlust hätte führen müssen. Dies sah Carolyn jedoch nicht und opferte kurz darauf selbst eine Figur. Nun war Roland doch entscheidend in Vorteil und sicherte sich den Punkt. Glück gehabt!

Siegerehrung beim 26. Georg-Schönfelder-LandopenSiegerehrung: Maximilian Schulz (TSG Wittenberg) vor Magnus Ermitsch (Borussia Lichtenberg)(c) 2019 D. Platz

Das Turnier gewann überraschend, aber nicht unverdient, Maximilian Schulz von der TSG Wittenberg vor dem erst 9-jährigem Magnus Ermitsch vom SC Borussia Lichtenberg. Die Turnierfavoriten mussten sich in diesem Jahr dahinter einreihen. Wir Annaburger spielten im Großen und Ganzen alle ein ordentliches Turnier. Frank wurde mit 4 Punkten bester Annaburger, und das obwohl er eine Partie weniger absolvierte. Rang 8 war der Lohn. Direkt dahinter reihte ich mich ein. Für mich lief das Turnier zweigeteilt. Gegen die vereinsexternen Spieler holte ich sehr gute 3,5 Punkte aus 5 Runden. Leider verhinderten meine Vereinskameraden, dass ich in diesem Jahr ganz vorne mitspielte. Die geschlossene Leistung komplettierte Dirk auf Platz 10, der mit seiner Turnierleistung hochzufrieden sein darf. Hervor sticht der Sieg gegen mich und das Remis gegen Bernd Mißbach. Genau auf seinem Setzlistenplatz 18 kam Roland ins Ziel, der auf dem Weg dahin auch gegen nominell stärkere Spieler punktete. Sein gutes Turnier wird auch durch die Performance von 1624 bestätigt.

Und hier der Link zu allen Ergebnissen und dem Endstand: http://chess-results.com/tnr450631.aspx

 




Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok