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Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat. >>Wassili Panow

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Tabelle Bezirksliga Runde 2SSC Annaburg nach 2 Runden auf 7. Tabellenrang

 

Das erste Auswärtsspiel der Saison führte uns nach Wolfen zur Spielgemeinschaft aus Bitterfelder und Wolfener Spielern. Gegen den Aufsteiger hatten wir uns viel vorgenommen, wollten uns mit einem Auswärtssieg frühzeitig Luft im Abstiegskampf verschaffen. Dass Bitterfeld-Wolfen keine Laufkundschaft, ist, machte sich bereits in Runde 1 bemerkbar, als sie Roßlau ein beachtliches 3:3 abnahmen.

Ich reiste direkt aus Leipzig an, aus der schönsten Schachstadt der Welt brachten wir Frank, Dirk, Roland, Fabian und unseren Neuzugang Thomas mit. Bei der Taktik waren wir wiedermal einfallslos. 3 Punkte an den ersten 3 Brettern und hinten ein halber Zähler sollten es werden.

Fabian lieferte am 6. Brett, wie auch schon in Runde eins, eine solide Partie ohne grobe Fehler ab. Im Turm-Bauern-Endspiel mit Minusbauern stand er jedoch auf verlorenem Posten. Noch sind seine Gegner überlegen, aber ewig wird es nicht mehr dauern, bis er seine ersten Punkte beisteurt. 0:1 aus unserer Sicht. 

Frank probierte wie so häufig gegen deutlich dwz-schwächere Gegner viel aus, spielte unkonventionell und wickelte in ein offen geführtes Mittelspiel ab. Beim Versuch einen Bauern zu erobern, übersah er dummerweise eine Zwischendrohung und war so gezwungen seinen Springer gegen zwei Bauern zu opfern. Die Partie entwickelte sich nicht zu unseren Gunsten. Kurioserweise bot Franks Gegner plötzlich Remis. Siegesangst? Frank jedenfalls, hoffentlich peinlich berührt, nahm das Remisgebot an. Glück gehabt.

Roland, gut in Form nach seinem 3. Platz beim Leipziger Schnellschachturnier, spielte sein gewohntes Königsindisch als Schwarzer. Sein Kontrahent wollte anscheinend nicht attackieren, aber auch Roland setzte nicht gerade auf Attacke, sodass lange Zeit fraglich war, ob es überhaupt zu einem echten Duell kommt oder das Spiel eher in die Kategorie Nichtangriffspakt, wie bei der WM 82 Deutschland gegen Österreich eingeordnet werden müsste. Rolands Gegenüber traute sich dann gezwungenermaßen doch über die Mittellinie, dies wurde ihm dann aber auch schnell zum Verhängnis. Roland sperrte die gegnerische Dame ein, aus der sich sein Gegner nur mit Materialverlust befreien konnte. Den Sieg brachte Roland schließlich sicher nach Hause. Das nennt man wohl einen Lauf.

Dirk Helbig in WolfenHier hatte Dirk noch gute Laune

Nicht gerade einen "Lauf" hat dagegen Dirk. Ähnlich wie in der ersten Runde stellte er auch diesmal einen Läufer ein, übersah dabei eine Mattdrohung, aus der er nicht mehr raus gekommen wäre. Glücklicherweise hatte er sich vor diesem Missgeschick eine positive Ausgangslage erarbeitet, sodass er nach dem Läufer-Verlust noch Aussichten auf ein Remis hatte. Ähnlich wie bei Fabian gab es ein Turm-Bauern-Endspiel mit Minus-Bauern zu sehen, allerdings mit positiverer Stellung. Dirk hielt das Remis dann immerhin in gewohnt sicherer Manier. 2:2 nach ca. 3,5 Stunden Spielzeit.

Unser Neuzugang Thomas spielte fürs erste Mal recht passabel. Ordnete zwar manche Figur auf das falsche Feld, wodurch er auf zwei Reihen isolierte Doppelbauern zu verkraften hatte und leicht gedrückt stand. Leider verpasste ich die Phase, in der er eine Leichtfigur vorne gewesen sein soll, letztendlich stand aber doch eine Niederlage zu Buche. Das Debüt von Thomas war insgesamt aber recht vielversprechend, da sind durchaus Punkte im Bereich des Möglichen. 2:3

Also hatte ich dieses Mal die Ehre den Mannschaftspunkt retten zu dürfen. Ich spielte gegen Alexander Kratzsch, endlich mal einen Spieler, dem ich schon ewig nicht mehr gegenüber saß. Beim letzten Duell spielte Alexander noch für Muldenstein, einen Verein den es inzwischen schon gar nicht mehr gibt, und ich wurde noch in der 2. Annaburger Mannschaft eingesetzt, seitdem sind folglich schon einige Jahre ins Land gezogen. Alexander mauerte ganz schön, war nur auf Verteidigung aus und nicht bestrebt meine Stellung anzugreifen. Zunächst brachte mir der riesige Raumvorteil jedoch nicht viel, seine Stellung war nicht so einfach zu knacken, zusätzlich schwächte ich meine schwarzen Felder eigenständig. Immer wieder versuchte ich seine Stellung aufzubrechen und ihn zu Fehlern zu zwingen. In einer Situation grief er dann glücklicherweise wirklich daneben, was mir 3-zügig einen Randbauern einbrachte. Nun hatte ich das Übergewicht, welches ich zum Durchbruch benötigte, der Sieg war nur noch Formsache. 3:3!

Ein Mannschaftspunktgewinn bei dem man nicht so richtig weiß, ob man sich freuen soll oder nicht. Gegen eines der zumindest auf dem Papier schwächsten Teams hatten wir uns mehr erwartet. Der Spielverlauf hätte aber auch durchaus zu einer Niederlage führen können. Bleiben als Erkenntnisse: Unsere hinteren Bretter sind stärker als man oftmals denkt. Roland punktet an 4, bei Thomas und Fabian war Punkt-Potenzial zu erkennen. Frank und Dirk schwächeln hingegen und sind noch nicht in Pokal-Form! Kurios: An gleicher Stelle gab es noch Bezirksoberliga-Schach zu sehen, Chemie Wolfen bezwang dabei die SG Jeßnitz mit 5:3. Den dwz-stärksten Spieler des gesamten Spiellokals gab es trotzdem in unserem Abstiegsduell, der eine Liga niedrigeren Bezirksliga, zu sehen. Überraschendes gab es auch, der Staffelfavorit SK Dessau III verlor stark ersatzgeschwächt gegen Zerbst, was zu einiger Spannung im Aufstiegskampf führen dürfte. Zu unseren Aufstiegsträumen möchte ich Frank zitieren: "In Wolfen haben wir wohl unsere Aufstiegschancen verspielt."

Einzelergebnisse Bitterfeld-Wolfen gegen AnnaburgSV Bitterfeld-Wolfen vs. SSC Annaburg 3:3




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