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Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat. >>Wassili Panow

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4-Punkte-Spiel, Alles oder Nichts, Sekt oder Selters, was musste man nicht alles lesen, hören und diskutieren vor dem doch so wichtigen Aufeinandertreffen mit der SG Union Sandersdorf. Entsprechend ernst bereiteten wir uns auf die Begegnung vor. Jeder individuell und bestmöglich. Frank absolvierte sein Straftraining, Roland ging bis 3 Uhr nachts zur Fastnacht, um den richtigen Pegel für den Sieg einzustellen und ich ging pünktlich ins Bett.

Bezirksliga-Tabelle nach Runde 5Entsprechend motiviert saßen wir dann 9 Uhr auch an den Brettern. Ich jedoch nicht lange, merkte ich doch schnell, dass mein Gegner Heinz Müller durch Abwesenheit glänzte. Und das gerade an einem Tag an dem ich topmotiviert, topvorbereitet und dementsprechend bereit zur Schlacht war. Schade!

Das noch größere Übel sollte nun jedoch erst richtig beginnen: Ich hatte durch meinen kampflosen Sieg extrem viel Zeit mir anzusehen, was meine Mitspieler so aufs Brett zauberten. Doch der Reihe nach, unser Nachwuchsstürmer Martin warf in der Eröffnung alles nach vorne, überaschenderweise sah dies nach einem Läuferopfer auf f6 (toll gesehen, Martin!) sogar sehr viel versprechend aus, zumal der Sandersdorfer einige Züge benötigen würde, um sich aus der misslichen Lage befreien zu können. Anstatt diese Zeit zu nutzen und weitere Figuren heranzuführen, entschied sich Martin dafür die Brechstange auszupacken und stürmte mit Läufer und Springer nach vorne, schlug (tauschte) alles was sich ihm in den Weg stellte und verblieb kurz nach der Eröffnung mit Minus-Figur und schlechter Stellung. Schade eigentlich, da wäre mit etwas weniger Euphorie mehr drin gewesen. Ich wechselte zum nächsten Brett, hatte genug gesehen.

Horst fühlte sich als Weißer in Italienisch sichtlich wohl, sein Gegner manövrierte seinen Läufer nach a7, was auch nicht ganz genau gespielt ist. Horst antwortete sogleich mit einem Angriff auf den schwachen f7, den sein Gegner jedoch zunächst abwehren konnte. Als ich nach meinem nächsten Rundgang zurück an Brett 4 war, war nicht nur Horsts Angriff verpufft, es fehlte nun auch ihm eine Leichtfigur. 1:2.

Erschöpft vom gesehenen widmete ich mich nun doch lieber der aktuellen Rochade. Dabei sind mir noch 2 Dinge in Erinnerung geblieben: Zum einen die Ausschreibung für das 20. VfB-Schach-Open in Leipzig im März, welches für mich in den vergangenen beiden Jahren durchaus erfolgreich verlief und wohl auch in diesem Jahr wieder von mir Besuch erfährt, zum anderen, dass man es mit einer DWZ von 1210 unter die Top 100 der Frauen in Sachsen-Anhalt schafft (Jasmin auf Position 86).

In der Hoffnung, dass es besser wird, begann ich meinen nächsten Rundgang an Brett 2 beim bislang sieglosen Frank. Nach dem es lange eine offene Begegnung war, gruppierte sein Kontrahent sämtliche Figuren auf den Damenflügel um, allein der König verblieb am Königsflügel. Mit einem gezielten Mattangriff war der Punkt in trockenen Tüchern. Weiter also zu Dirk. Wie immer gegen vermeintlich leichtere Gegner entschied sich Dirk in eine verzwickte Stellung abzuwickeln, in der weder er, noch sein Gegner, noch ich durchsah. Doch die Erfahrung, dass meist Dirk irgendwann einen Faden findet machte Mut. Ich wanderte weiter zu Brett 5.

Roland geriet ordentlich unter Druck, doch der Pegel schien zu stimmen an diesem Tag. Er konnte zwei Leichtfiguren für seinen Turm gewinnen, verblieb jedoch mit durchlöcherter Königsstellung. Aus meiner Sicht war jedoch nicht viel drin für seinen Gegner, er gab nun sogar noch den Turm für den Läufer. Roland verblieb mit Mehr-Läufer, das läuft dachte ich. Doch plötzlich aus dem Nichts, ein Remisangebot war zu vernehmen, dass nimmt Roland nie an dachte ich noch. Dann merkte ich jedoch, er selbst hat Remis geboten. Roland stand auf und meinte "Das war ja Quatsch", wie Recht er hatte. Ich schlug mich vor Ungläubigkeit selber, klare Gewinnstellung. Sein Gegner setzte dem Trauerspiel nun jedoch die Krone auf: Er lehnte das Remisangebot doch tatsächlich trotz Minusfigur und ohne Angriffsspiel ab. Glück gehabt, der Punkt wurde anschließend sicher eingefahren.

Tief durchgeatmet, verlieren konnten wir nun nicht mehr, also wieder zurück zu Dirk. Er erspielte sich inzwischen ein leicht vorteilhaftes Endspiel mit Läufer/Springer gegen Springer/Springer. Trotz Bauern auf der 6. Reihe sah es jedoch durchaus remisverdächtig aus. Sein Gegner zog jedoch plötzlich zu schnell und ohne nachzudenken, Dirk nahm den hängenden Springer und gewann doch noch. 4:2 für uns.

4 Punkte. Alles. Sekt. Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Durch sind wir noch nicht, aber die Chance, dass Annaburg auch in der Saison 2013/2014 Bezirksliga-Schach zu sehen bekommt, ist hoch.

Da meinen Mitspielern zugucken zu müssen herzinfarkt-risikoreicher ist als selbst zu spielen, möchte ich an dieser Stelle nochmal an unsere restlichen Gegner Holzweißig, Löberitz, SK Dessau und Roßlau appellieren: Bitte bietet auch an Brett 1 einen Spieler auf!

SSC Annaburg - SG Union Sandersdorf 4:2




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