Netterweise wartete die Turnierorganisation in Dresden 10 Minuten auf mich. Die winterlichen Verhältnisse ließen viele Züge ausfallen, meinen zum Glück nicht. Er sammelte aber etwas Verspätung an. In den ersten beiden Runden hatte ich mit Frank Baensch (Schach macht fit, DWZ 1558) und Viktoria Preissler (SV Freital, DWZ 1724) keine größeren Probleme. In Runde 3 ging meine Dame gegen Dieter Kaiser (SG Grün-Weiß Dresden, DWZ 2159) in der Mitte des Brettes verlustig, das hatte ich übersehen. Ich bekam aber immerhin Turm + Läufer dafür und konnte tatsächlich eine uneinnehmbare Festung errichten. Ich zog ein paar mal hin und her und nahm etwas glücklich ein Remis mit.
Gegen den späteren Turniersieger und einzigen Titelträger im Feld FM Karsten Schulz (SF Schwerin, DWZ 2194) war ich dann jedoch chancenlos. Genau andersherum lief die Partie gegen Lutz Backhaus (SV Fortschritt Pirna, DWZ 1777). Ich dominierte aus der Eröffnung heraus und gewann sicher. Gegen den vereinslosen Michael Ullrich konnte ich zwar auch gewinnen, allerdings alles andere als souverän. Ich musste mich eine ganze Zeit gegen so manche Mattdrohung wehren und verbrauchte massiv Zeit. Trotzdem hielt ich meine Stellung zusammen, konnte den Druck auflösen und in ein gewonnenes Turmendspiel mit 2 Bauern abwickeln.
In der Schlussrunde ging es gegen Edwin Fischer (SV Eiche Reichenbrand, DWZ 2159) hin und her. Wir spielten die letzte Partie des Turniers, Edwin drückte auf den vollen Punkt als wir beide nur noch vom 10-Sekunden Inkrement lebten. Eigentlich überzog er die Stellung und ich hätte zum Gegenschlag ausholen sollen. Der volle Punkt hätte mir Rang 2 und ein hübsches Schach-Räuchermännel als Preis gesichert. Stressbedingt begnügte ich mich aber mit der Zugwiederholung und dem halben Zähler. Ich ärgerte mich erst als ich sah das Platz 2 bis 7 punktgleich einliefen mit einem Score von 5/7 und ich davon die zweitschlechteste Zweitwertung besaß. Da war es allerdings zu spät, ich konnte Edwin nicht nochmal zurück ans Brett beordern. Ein super Turnier für mich, bei dem in der Schlussrunde aber sogar der Sprung zum Silberrang drin gewesen wäre. So wurde es ein immer noch guter 6. Platz. Das Turnier gewann mit 0,5 Punkten Vorsprung FM Karsten Schulz. Insgesamt nahmen 35 Spieler am Turnier teil.
Endstand der Dresdner Einzelmeisterschaft.