Um im Schach Erfolg zu erringen, muss man es sehr lieben und Talent mitbringen. Gute Schachspieler werden geboren, berühmte werden geformt.
Michail Tal
Wenn Dein Gegner Dir ein Remis anbietet, versuch herauszufinden, weshalb er glaubt schlechter zu stehen.
Nigel Short
Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat.
Wassili Panow
Schach bereichert den Menschen in kulturvoller Hinsicht, erweitert seinen Horizont und fördert die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Menschen.
Der erste Saisonsieg in der vorangegangenen Runde gab uns Hoffnung. Am letzten Spieltag wollten wir mindestens den 9. Tabellenplatz halten und im Idealfall noch die vor uns platzierte Gräfenhainichener Mannschaft abfangen. Neben Schützenhilfe aus Zerbst war ein eigener Sieg die Grundvoraussetzung auf den Klassenerhalt. Für dieses Vorhaben stand uns nahezu das Stammpersonal zur Verfügung. Lediglich Evi, die uns parallel beim Fest der Vereine vertrat, ersetzten wir durch Silke.
Mit Hajö und Greini schickte unser Verein gleich zwei Teilnehmer zur Offenen Bezirkseinzelmeisterschaft des Schachbezirks Halle. Zur Austragung kam ein 5 rundiges Schweizer System-Turnier mit 63 Teilnehmern. Während es für unseren Neuzugang Greini in seinem ersten Turnier überhaupt nur darum ging ein paar erste schachliche Erfahrungen zu sammeln, hofften wir bei HaJö schon, dass er oben mitspielen und seine DWZ wieder über die 1700 hieven kann. Beides gelang ihm. HaJö glückte gleich in Runde 1 eine Überraschung. Mit den schwarzen Klötzern bezwang er Marc von Reppert (SG Leipzig, DWZ 1925) und spielte somit oben mit. Auch der Sieg in Runde 4 gegen den nominell stärkeren Maximilian Schulz (SV Merseburg, DWZ 1877) war nicht unbedingt zu erwarten. Ein Top 10 Ergebnis verpasste HaJö nur durch die Niederlage in der letzten Runde gegen Rafael Schenk vom Ludwigsfelder SC 54 (DWZ 1921). 3 Punkte, Platz 14 (Setzlistenplatz 27) und 36 DWZ-Punkte Zuwachs sind ein starkes Ergebnis.
Das Geilste gleich vorneweg: WIR haben gewonnen! Und Flori hat gewonnen! Beides hat eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten lassen. Nun aber doch der Reihe nach. Trotz 7 Niederlagen zum Auftakt haben wir den Klassenerhalt noch nicht gänzlich abgehakt und wollten uns beim Tabellenvorletzten SK Dessau 93 III die ersten beiden Mannschaftspunkte und den damit verbundenen Sprung auf Rang 9 sichern. Erschreckenderweise war ich jedoch um Punkt 9 Uhr zum Spielbeginn der einzige Annaburger im Spiellokal und wartete sehnsüchtig auf meine Mannschaftskameraden. Nach Anruf bei Evi stellte sich heraus, dass bereits einiges schief ging. Frank wurde früh um 5 zur Arbeit zitiert und fiel somit kurzfristig aus, Flori hatte unser wichtiges Abstiegsendspiel verpennt und ignorierte auch das Klingeln an seiner Tür. Irgendwann fiel es ihm dann aber doch noch ein und er versprach hinterherzureisen. Zu allem Überfluss hatte Dirk auch noch das falsche Spiellokal ins Navi einprogrammiert. Naja, typische Schachmannschaft eben. Mit 10 Minuten Verspätung konnten die Partien dann begonnen werden.
Das Glück macht in dieser Saison einen großen Bogen um Annaburg. Zum 4. Mal in Folge verlieren wir mit dem knappsten aller knappen Ergebnisse. 3,5:4,5 hieß es am Ende gegen einen Aufstiegskandidaten, die SG 1871 Löberitz II. Mit viel Kampfeswillen kamen wir dem Punkt aber sehr nahe. Ich war nach langem Samstagabend nicht unglücklich darüber zum ersten Mal in dieser Saison spielfrei zu sein, 1:0 für uns.